Bremen, 24. April 2014

Anlässlich der Musikmesse jazzahead! in Bremen fordert die Union Deutscher Jazzmusiker bessere Bedingungen bei den Showcases im Rahmen der German Jazz Expo. „Es ist nicht vertretbar, dass Musikerinnen und Musikern weder Hotel- und Reisekosten erstattet werden, noch eine Vergütung für den Rundfunkmitschnitt der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten gezahlt wird; von einer Gage ganz abgesehen“, so Gebhard Ullmann, Vorsitzender der Union Deutscher Jazzmusiker. „Eine Veranstaltung, die sich dem Jazz verschreibt, kann nicht in finanzieller Hinsicht völlig unangemessen mit seinen wichtigsten Protagonisten umgehen“.

Seit vielen Jahren unterstützt die Union Deutscher Jazzmusiker als Kooperationspartner sowohl die jazzahead! selbst, als auch die Idee des Showcase-Formats German Jazz Expo sowie bereits dessen Vorgänger German Jazz Meeting. Die Messe ist in Deutschland mittlerweile eine der wichtigsten Veranstaltungen rund um den Jazz. Dabei sind auch die Module der Exportförderung essentiell für das Vorankommen des Jazz aus Deutschland in Europa und der Welt. Gerade deshalb dürfen die Musikerinnen und Musiker dabei nicht auf der Strecke bleiben.

„Die Messe Bremen kann das nicht alleine stemmen. Stattdessen sind alle Beteiligten in der Verantwortung: die Messe als Ausrichter, die Initiative Musik als Förderinstitution sowie die Vertreter der Bundeskulturpolitik“, so Ullmann weiter. Zahlreiche Bands aus Deutschland spielen auf internationalem Top-Niveau. Diese können jedoch nur durch noch stärkere kulturelle Exportförderung sichtbar werden. Doch wenn innerhalb solcher Fördermodule die prekäre Einkommenssituation für Musikerinnen und Musiker weiter verstärkt wird, verkehrt sich die beste Förderung ins Gegenteil.

Bei der German Jazz Expo entstehen aktuell für einen verantwortlichen Bandleader selbst für eine kleine Trio-Besetzung schnell Kosten von über 1.000 Euro. Gleichzeitig bleibt völlig unklar, ob daraus tatsächlich Auftrittsengagements entstehen oder mögliche Anfragen beispielsweise an fehlender Tourförderung scheitern. „Gern setzen wir uns mit den Beteiligten zusammen und liefern Vorschläge für eine sinnvolle Weiterentwicklung der Konzeption der Exportförderung“, so Ullmann.

Auf der diesjährigen jazzahead! wird die Union Deutscher Jazzmusiker unter anderem eine Willenserklärung vorstellen, die sie gemeinsam mit zahlreichen Veranstaltern formuliert hat und in der bessere Bedingungen im Jazz gefordert werden.